Braunschweigischer Geschichtsverein

Studienfahrten

Studienfahrten/Führungen 2017

Liebe Mitglieder des Braunschweigischen Geschichtsvereins, sehr geehrte Damen und Herren,

hier stellen wir Ihnen die für das Jahr 2017 geplanten Veranstaltungen vor. Bei freien Plätzen nimmt die Geschäftsstellte unter den unten angegebenen Kontaktdaten schriftliche Anmeldungen gerne auch von Nichtmitgliedern entgegen.

 

 

Nr. 5: 01. Juli 2017

Führung im Landesmuseum durch die Ausstellung „Im Aufbruch. Reformation 1517-1617“

(Ausstellungsorte: Vieweghaus und Hinter Ägidien)

Anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 präsentieren das Braunschweigische Landesmuseum, die Ev.-luth. Landeskirche in Braunschweig und die Ev.-luth. Landeskirche Hannover die Sonderausstellung „Im Aufbruch. Reformation 1517-1617“. In diesem Rahmen soll der Frage nachgegangen werden, „warum und wieso die reformatorischen Ideen auf fruchtbaren Boden fielen, wie sie mittelalterliche Kirche und Gesellschaft erschütterten und politische Entscheidungen provozierten.“ Mit Hilfe zahlreicher Leihgaben soll dokumentiert werden, wie die Menschen aus einer neuen Idee den Aufbruch in eine veränderte Gesellschaft schafften, eine neue Konfession Gestalt annahm und sich ein nunmehr religiös gespaltenes Europa neuen Konflikten ausgesetzt sah.

Kosten: 10,00 €

Treffpunkt: 14.15 Uhr im Vieweghaus

Dauer: ca. 150 Minuten

Leitung: Herr Dr. H.-J. Derda

 

Nr. 6: 05. August 2017

Tagesfahrt nach Gifhorn und Celle: Besuch der Ausstellungsprojekte zum 500-jährigen Reformationsjubiläum sowie der Schlosskapellen in Gifhorn und Celle

Die Feierlichkeiten zum 500-jährigen Reformationsjubiläum bieten die Möglichkeit, vielfältige Blicke auch auf die Einführung der Reformation in anderen Territorien des Reiches zu werfen. Etwa 60 Jahre bevor der evangelische Glauben durch Herzog Julius in Braunschweig-Wolfenbüttel offiziell eingeführt werden konnte, setzte sich die neue Bewegung durch das Engagement der Herzöge Otto und Ernst I. im Fürstentum Lüneburg durch. Als Ausdruck dieses neuen Bekenntnisses ließen Herzog Franz, der zwischen 1539 und 1549 das Teilherzogtum Gifhorn regierte, und Herzog Wilhelm d. Jüngere, Sohn Ernst d. Bekenners, in ihren Residenzen Kirchenräume errichten, die bis heute zu den herausragenden kirchlichen Denkmälern aus den frühen Jahren der Reformation gehören.

Die Gifhorner Schlosskapelle, die durch eine Bauinschrift auf das Jahr 1547 datiert ist, ist somit nach der Torgauer Schlosskapelle von 1544 der zweitälteste evangelische Kirchenbau in Deutschland. Sein ursprünglicher Zustand wurde durch die Renovierungsmaßnahmen von 2008 weitestgehend wieder hergestellt. Schloss und Schlosskapelle waren wichtige Instrumente landesherrlicher Legitimation und Propaganda: So ist es nicht überraschend, dass die Fertigstellung zur Hochzeit des Herzogs Franz erfolgte, sie zur Grabkapelle bestimmt war und auch in der Gestaltung des Sarkophages noch ein Bekenntnis zum lutherischen Glauben abgelegt wurde.

Die Celler Schlosskapelle als Zeugnis der Renaissancekunst ist der einzig nahezu unverändert erhaltene Kirchenraum Norddeutschlands aus frühprotestantischer Zeit. Ihre zwischen 1565 und 1576 geschaffene Ausstattung macht sie nicht nur zu einem Gesamtkunstwerk der Reformation, sondern zeigt auch den kulturellen und politischen Wandel der Zeit. Auch wenn die Kapelle selbst aus konservatorischen Gründen nur eingeschränkt zu besichtigen ist, durch eine anschauliche mediale Präsentation, 3-D-Filme und hochkarätige Exponate wird ihre Geschichte und Bedeutung im Rahmen einer Ausstellung heute noch erlebbar.

Die zwei Ausstellungsprojekte in Celle und Gifhorn, die die Besuche der Schlosskapellen rahmen sollen, widmen sich der Einführung der Reformation im Fürstentum Braunschweig-Lüneburg, zu dem auch die Ämter Gifhorn und Isenhagen gehörten. Gegen teils heftige Widerstände führten die Herzöge Otto und Ernst, die ab 1512 in Wittenberg aufwuchsen und Luther persönlich begegneten, die Reformation ein. Fragen nach der Motivation der Herzöge, dem Ablauf der Einführung sowie den Hintergründen und den Auswirkungen auf das Alltagsleben wollen diese Ausstellung beantworten. So kann im Zusammenspiel von Ausstellungsprojekten und den authentischen Räumen – den Schlosskapellen – ein umfassendes Bild des Reformationsjahrhunderts gezeichnet werden gezeigt werden, wie sich der evangelische Glaube in Norddeutschland durchgesetzt hat.

 

Kosten: 49,00 €

Abfahrt: 8.30 Uhr Wolfenbüttel (Forum/Bahnhof), 9.00 Uhr Braunschweig (ZOB)

Rückkehr: ca. 19.00 Uhr Braunschweig

Leitung: Dr. C. Lippelt

 

Nr. 7: 09. September 2017

Führung durch die Ausstellung „25 Jahre Weltkulturerbe“ im Rammelsberg

Ausgehend von der Entwicklung des Besucherbergwerks und Museums Rammelsberg sowie der Welterbestiftung im Harz möchte die Sonderausstellung unter den Leitthemen Kommunikation, Partizipation und Vermittlung unter anderem Fragen zu Veränderung im Umgang mit Denkmälern, musealen Einrichtungen und archäologischen Funden aufgreifen. Das Weltkulturerbe Rammelsberg und die Welterbestiftung im Harz präsentieren das Sammeln, Bewahren und Vermitteln als wichtige Elemente der musealen und außermusealen Arbeit. Gleichzeitig möchte die Welterbestiftung im Harz neue methodische Ansätze für die zukünftige Vermittlungsarbeit anzeigen. Neben dem Besuch der Ausstellung ermöglicht uns der Kustos und stellvertretende wissenschaftliche Leiter des Rammelsberges Herr Dr. Großewinkelmann mit der Vorstellung der Sammlung des Rammelsberges einen Blick hinter die Kulissen.

Kosten: ca. 10,00 €

Leitung: Herr Dr. C. Lippelt

 

 

Nr. 8: 06. – 08. Oktober 2017

3-Tagesfahrt nach Dortmund

Noch heute stellen Kohle, Stahl und Bier drei Begriffe dar, die eng mit der Geschichte Dortmunds verbunden sind. Bereits in vorchristlicher Zeit war das Dortmunder Gebiet ein bevorzugter Siedlungsraum, der aufgrund der durchlaufenden Handelswege zunehmend an Bedeutung gewann. Als Pfalzort seit 990 mit Marktrechten ausgestattet stellte der Handel die Grundlage für zunehmenden und anhaltenden Wohlstand dar, so dass das Gebiet Dortmunds bereits um 1200 die Ausdehnung der heutigen Kernstadt erreichte. Mit Verleihung des Braurechtes 1293 setzte auch eine beispielslose Entwicklung des Brauhandwerks ein, das mit dem Einsetzen der Industrialisierung neuen Aufschwung gewann. 1815 wurde im mittlerweile preußischen Dortmund das Oberbergamt der Westfälischen Provinzen angesiedelt. Der Anschluss an das Eisenbahnnetz und später der Bau des Dortmund-Ems-Kanals waren wesentliche Gründe für die erneute Blütezeit Dortmunds, dessen Einwohnerzahl in den 1920er Jahre auf über 500.000 Personen anwuchs und gegenwärtig – aufgrund eines mittlerweile erfolgreich bewältigten Strukturwandels – mehr als 600.000 Einwohner zählt.

Es ist geplant, durch Besuche und Besichtigungen der Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv, des Dortmunder Brauereimuseums, der Zeche Zollern, der Kokerei Hansa und des Schiffshebewerkes Henrichenburg einer Reihe von Aspekten der neuzeitlichen Stadtgeschichte nachzugehen und so den Aufstieg und Wandel Dortmunds zu einer der wichtigsten deutschen Metropolen darzustellen.

Das Westfälische Wirtschaftsarchiv betreut das Archivgut von Unternehmen, Kammern, Verbänden und Persönlichkeiten der Wirtschaft. Es wurde 1941 von der Wirtschaftskammer für Westfalen und Lippe gegründet und arbeitete nach dem Krieg als Abteilung der IHK zu Dortmund. Hier findet sich vielfältiges Material zur wirtschaftlichen, sozialen und technischen Entwicklung der vorindustriellen Gewerberegionen und dem Wandel von der Mitte des vorigen Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Die Überlieferung zu Fabriken, Bergwerken, Kaufmannshäusern, Einzelhandels- und Handwerksbetrieben schlägt sich in über 11.000 Geschäftsbüchern und mehr als einer halben Million Briefen nieder. Sie belegen die Vernetzung Westfalens mit Deutschland, Europa und Übersee seit dem 17. Jahrhundert, so dass ein Besuch dieser Institution einen optimalen Einstieg in die Geschichte Dortmunds im Industriezeitalter bietet.

Im Jahre 2006 eröffnete die Stadt Dortmund im ehemaligen Maschinenhaus der Hansa-Brauerei von 1912 das neue Brauereimuseum. Auf 1.100 m² Ausstellungsfläche zeichnet das Museum die Tradition der Gerstensaft-Herstellung nach und verknüpft sie mit industrie- und stadtgeschichtlichen Themen. Vom mittelalterlich Grutbier bis zum „Dortmunder Bier“ wird die wechselvolle Dortmunder Biertradition bis zur Gegenwart präsentiert. In den 1950er und 60er Jahren, als das Dortmunder Bier zum weltweiten Exportschlager geworden war, galt Dortmund als Europas Bierstadt Nr. 1. Neben Exponaten des alten Brauerei-Museums, Dauerleihgaben des Brauerei-Archivs der Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv Dortmund und des Stadtarchivs Dortmund machen zahlreiche Originale die Prozesse des industriellen Brauens sichtbar.

Die Zeche Zollern gilt als eins der außergewöhnlichsten Zeugnisse der industriellen Vergangenheit in Deutschland. Die schlossartige Anlage sollte nach der Stilllegung in den 1960er Jahren abgerissen werden, doch mittlerweile beherbergt sie einen Standort des ältesten und größten Museums für die Kultur des Industriezeitalters. Die mit den Zechengebäuden verbundene Ausstellung widmet sich unter anderem der Geschichte des Bergwerks, den Menschen, die hier arbeiteten, sowie den Gefahren unter Tage. Basis dieser Vermittlungsarbeit stellt nicht nur die Sammlung, sondern auch der authentische Denkmalbestand dar: So war im Kampf um den Erhalt der Zeche das wichtigstes Objekt die Maschinenhalle mit dem eindrucksvollen Jugendstilportal – heute eine Ikone der Industriekultur. Der Erhalt des Vorzeige-Baus aus Stahl und Glas 1969 markiert gleichzeitig auch den Beginn der Industriedenkmalpflege in Deutschland.

Als am 11. August 1899 Kaiser Wilhelm II. das Schiffshebewerk Henrichenburg einweihte, war der Jubel groß. Noch über 100 Jahre später beeindruckt das größte und spektakulärste Bauwerk der ersten Bau-Periode des Dortmund-Ems-Kanals die Besucher. Das Schiffshebewerk war ein Schlüsselbauwerk, denn erst mit seiner Fertigstellung konnte der Kanal bis zum Dortmunder Hafen befahren werden. Auch wenn der gigantische Aufzug seit 1969 stillliegt, so wird in der Ausstellung die Geschichte des Hebewerks und des Lebens der Menschen am Kanal wieder lebendig.

Von der Brücke zwischen den beiden Oberhaupttürmen bietet sich ein beeindruckender Blick auf die Stahlkonstruktion und die weite Kanallandschaft. In der historischen Maschinenhalle wird der Bau der Wasserstraße und des Hebewerks thematisiert, das in der Lage war, den damals üblichen Dortmund-Ems-Kanal-Normalkahn von 67 m Länge, 8,2 m Breite und 2 m Tiefgang um 14 Meter auf die Wasserhaltung des Dortmunder Hafens zu heben.

Die Zeche Zollern und das Schiffshebewerk Henrichenburg sind Ankerpunkt der Europäischen Route der Industriekultur und Ankerpunkte der Route der Industriekultur im Ruhrgebiet.

Die Zentralkokerei Hansa ist die letzte erhaltene von 17 Kokereien im Ruhrgebiet, die während des Rationalisierungsschubs in den 1920er Jahren entstanden. Sie war Teil eines Produktionsverbundes von Bergwerk, Kokerei und Hüttenwerk. 1992 stillgelegt, befindet sich Hansa heute in der Obhut der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur. Als »begehbare Großskulptur« gewährt die Anlage ungewöhnliche Einblicke in eine vergangene Industrieepoche und eine sich ständig wandelnde Industrienatur. Ein Erlebnispfad führt die Besucher u. a. zu der imposanten Kompressorenhalle mit ihren riesigen Maschinen und zum Kohlenturm, der einen faszinierenden Panoramablick auf Dortmund bietet.

 

Dieses Angebot wird durch die freundliche Unterstützung der Firma Autohaus Härtel, Braunschweig, ermöglicht.

 

Kosten: 335,00 € zzgl. 20,00 € Einzelzimmerzuschlag

Die Übernachtung erfolgt im ****Hotel NH Dortmund City. Ein gemeinsames Abendessen ist im Preis enthalten.

Die Fahrtzeiten werden rechtzeitig vor der Fahrt bekanntgegeben

Leitung: Dr. C. Lippelt

 

Nr. 2: Führung durch „Okertaler Mineralbrunnen GmbH“ und Nr. 9: Führung durch die Zuckerfabrik Schladen

Mit dem Besuch der Okertalsperre und dem ihr angegliederten Kraftwerk begann der Geschichtsverein eine Veranstaltungsreihe, die sich in loser Folge mit Aspekten menschlichen Lebens und Handels entlang des Flusses Oker beschäftigen wird. Für diese Jahr werden mit dem Besuch der Produktionsstätte der Firma Okertaler Mineralbrunnen und des Werkes Schladen der Nordzucker AG zwei Ziele in das Programm aufgenommen, die – ausgehend von vornehmlich wirtschaftsgeschichtlichen Fragestellungen – nicht nur von historischem Interesse sind, sondern im Zeitalter von Privatisierungswahn und Globalisierung aktuelle Relevanz besitzen.

Nr. 9: 28. Oktober 2017

Führung durch die Zuckerfabrik Schladen

(Festes Schuhwerk erforderlich!!! Mindestalter 16 Jahre. Für Menschen mit Gehbehinderung nicht geeignet)

Das enge Netz von Zuckerfabriken, das das Bild der Region bestimmte, ist allerdings nicht mehr existent. Der Anbau und die Verarbeitung von Zuckerrüben war noch vor wenigen Jahrzehnten für das Leben im Braunschweigischen bestimmender Wirtschaftszweig. Die Produktion von (Haushalts-)Zuckern, aber auch von Bioethanol und Futtermitteln aus Zuckerrüben wird durch die Nordzucker AG mit Sitz in Braunschweig allerdings noch in der 1870 gegründeten Zuckerfabrik Schladen fortgeführt, die zu den ersten Zuckerfabrik-Gründungen im Braunschweiger Land zählt. Im Rahmen einer Betriebsführung während der Kampagne 2017 soll der Weg von der Zuckerrübe zum Kristallzucker vermittelt werden, um so auch einen Bereich (Braunschweigischer) Wirtschaftsgeschichte wiederzuentdecken und ein Verständnis für die produktionstechnischen Fragen zu vermitteln.

Kosten: 5,00 €

Treffpunkt: 14.20 Uhr am Besucherparkplatz des Werkes Schladen der Nord-Zucker AG, Bahnhofstr. 13 in 38315 Schladen

Dauer: ca. 2 Stunden

Leitung: Herr Dr. C. Lippelt

 

Interessierte Gäste sind herzlich willkommen. Bitte wenden Sie sich an die Geschäftsstelle des Vereins.

 

Allgemeine Hinweise:

 

!! Bitte beachten Sie den  geänderten Abfahrts- und Ankunftsort in Wolfenbüttel !!


Anmeldungen werden aus organisatorischen Gründen nur schriftlich, auch per E-Mail oder Fax (05331 935-236), entgegengenommen.

In Kürze finden Sie hier das

Anmeldformular 2017

im pdf-Format zu Ausdrucken.

Die Kosten bitte bis drei Wochen vor Fahrtantritt auf das Konto Nr. 2 039 956 bei der NORD/LB (BLZ 250 500 00) überweisen. Sollten die Kosten nicht rechtzeitig überwiesen sein, wird der Platz anderweitig vergeben.

Bitte beachten Sie unbedingt die Namensangabe auf dem Anmeldebogen. Nichtmitglieder können nur berücksichtigt werden, sofern noch freie Plätze vorhanden sind. Beitrittsformulare sind im Bus vorhanden. Das Formular kann aber auch unter ‚Beitrittsformular‘ auf der Seite ‚Verein‘ heruntergeladen werden.

Die Teilnahme an den Studienfahrten/Führungen erfolgt auf eigene Gefahr.

Aus gegebenem Anlass empfehlen wir für die Mehrtagesfahrten den Abschluss einer Reiserücktrittsversicherung.

Für alle Bus-Exkursionen gilt:
Der Bus fährt 30 Minuten nach Abfahrtermin Wolfenbüttel in Braunschweig ab.
Der Haltepunkt Wolfenbüttel befindet sich am ZOB (Forum).
Der Haltepunkt Braunschweig befindet sich am ZOB (Zentraler Omnibus-Bahnhof, Ecke Berliner Platz/Salzdahlumer Straße).

Änderungen vorbehalten.